Montag, 7. Juli 2014

Die Entwicklung von Firefox

Die hauptberufliche Weltrettungs-Firma zur Durchsetzung der Political Correctness  mit angeschlossener Browserentwicklungsabteilung "Mozilla" plant, nachdem ein hochmotiviertes Team aus 150 Designern mehrere Jahre im Verborgenen daran gearbeitet haben, die Usability ihres Nebenproduktes zu optimieren und so zur Entschleunigung der Welt beizutragen. 


Wie -im Regelfall- treffsichere Glaskugelbesitzer verlauten ließen, war das Verstecken oder Streichen beinahe aller Bedienelemente nur ein Zwischenschritt. Ein monochromer, unscharf beschrifteter Button soll demnächst zur Anzeige jedes geöffneten Tabs betätigt werden müssen. Es soll jener Button tief in das Betriebssystem integriert und ohne, dass man es unterbinden könnte, dauerhaft geöffnet sein. Wenn man den neuesten Firefox dann benutzen möchte, einfach nur auf den Button drücken und schon kann man die gewünsche Funktion (z.B. das Browsen) per halbtransparntem Overlay für ein paar Sekunden auswählen. Falls man weiterhin so ein altmodisches Mausrad zum Scrollen benutzen will, muss man einfach per about:dogma den Schlüssel 456789123zzzetcpplmaa0815004711fdik auf =2010 ändern. Ein entsprechendes Plugin ist in Vorbereitung, warum das aber jemand installieren wollte, ist bei Mozilla völlig unbekannt.

Um Gerechtigkeit auf der Welt zu gewährleisten, dauert der Start der Software mehrere Minuten, egal ob Windows 3.11 mit 500KB Ram, oder Quadcore, 32GB Ram und SSD. Das soll den unerträglichen Wettbewerbsvorteil gegnüber den Enwicklungsländern reduzieren. Das ungesehen preisgekrönte Design heißt wohl "Africalis". Das Speichermanagement lässt bei Benutzung der Hardwarebeschleunigung nach relativ kurzer Zeit einzelne Tabs komplett schwarz, um gegen Zensur auf der anderen Seite der Erde zu protestieren. Spätestens ab diesem Zeitpunkt werden keine Änderungen der Tabliste oder ähnlichem mehr entgegengenommen. Dieses Feature ist bereits seit mehren Versionen per default aktiviert.

Für die in ca 10 Jahren erscheinende Version mit dem Design "Asialis" muss man aus Datenschutzgründen erst ein Sudoku lösen, um an die Einstellungen zu kommen. Aber praktischerweise kann man auch einfach die Tabs, die man eigentlich geöffnet haben wollte, nach dem automatischen Backup auf Facebook, Twitter, Google+, russia-tomorrow und my.nsa.com nachschlagen.

In 10 Jahren und einem Monat erscheint dann letzendlich der lang erwartete "Europälis"-Milestone mit der voraussichtlichen Versionsnummer ∞, um Google im Browserkrieg endlich zu besiegen. Leider haben die Marketingleute bei Mozilla nicht mitbekommen, dass Google schon in Voraussicht der Entwicklung die Version ∞+1 veröffentlicht und danach angekündigt hatte. Firefox wird zu dem Zeitpunkt die eigene Rendering-Engine komplett verworfen und aus Performancegründen gegen einen eingebundenen Internet-Explorer 15 ausgetauscht haben.  Außerdem werden aus dadaistischem Kalkül keine Websites, sondern nur noch Videos angezeigt.

Ein Jahr später wird Mozilla dann eine strategische Allianz mit Monsanto eingehen, alle beide verbliebenen Entwickler werden auf den Acker geschickt, um die Getreidezucht zu revolutionieren. Das Monsilla Feuerkorn schmeckt zwar furchtbar, braucht 5 Jahre um zu keimen und geht vor der Kornbildung ein, allerdings verbraucht es kein wertvolles Wasser, weil es niemand anbauen will. Ein Update ist nicht geplant, es geht final aus der Beta-Phase hervor. Die beantragte Top Level Domain ".crop" wurde per Autokorrektur leider auf ".crap" geändert, sodass man seine Körner bis zum Eingehen per <Körner-ID>.crap überwachen kann. Bitte spendet viel Geld zur Vermarktung! Bugreports werden ignoriert.

Flash-Player-Updates - ein Geniestreich

Wie ein paar andere Menschen auf diesem Planeten benutze ich hauptsächlich den Firefox. Damit man Browser-Videos und penetrante Werbung in voller Pracht erleben darf, ist der Flashplayer installiert. Wie jedes maßlos komplizierte Software-Produkt müssen natürlich auch hier -nach einer fairen Vorlaufzeit für Virenautoren und Kriminelle- weithin bekannte Sicherheitslücken irgendwann per Update geschlossen werden. Aber für die perfekte User-Experience legt sich Adobe richtig ins Zeug.

 

Man fährt also nichtsahnend seinen PC hoch, da kommt der Updatehinweis. Denn ein kleines dauernd aktives Hintergrundprogramm überprüft ständig, ob es ein Update geben könnte. Gut, klickt man also zur Installation den entsprechenden Knopf. Dann fährt der Browser hoch (früher ging das auch ohne, aber da fehlte wohl diese Experience). die Adobe-Seite öffnet sich, sie wollen einen per Default mit einem "kostenlosen Programm McAfee Security Scan Plus" beschenken, ist das nicht fein? Da man das aber natürlich brav bei den letzten zig Updates mitinstalliert hat, lehnt man dankend mit einer kleinen Verbeugung ab und spart sich das Downloadvolumen und eine Menge Ärger. Die angebotene Zusatzsoftware kann sich nach Marktlage ändern, wenn z.B. Russian-Hinterhofka-Softwareov K.G.B. inc. mehr bezahlt. Warum sollte man sich wundern, dass jemand Geld dafür bezahlt, dass jemand anderes den Leuten seine Software unterjubelt?

Nun lädt man also eine angeblich 18,2MB große Datei, nämlich den Installer herunter. Dieser wird großartig visuell initialisiert, dann findet man eine 1MB große exe im Downloadordner. NEIN! das ist kein Fehler! Diese Stück wunderbare Technik lädt nämlich nach Start die richtige Installation erst herunter, dazu muss man dann aber natürlich den Browser schließen. Dann läuft die Installation relativ schnell durch, im Normalfall. Aber damit ist es nicht vorbei! Denn Adobe möchte, dass man sich für diesen Service nicht nur höflich verbeugt, man soll niederknien! ...Es öffnet sich wieder selbsttätig der Browser und man soll die User-Experience bewerten. Na, volle Punktzahl, oder?

nochmal der Ablauf in Kurzform:
Update-Such-Task --->   öffnet ungefragt Browser ---> Abwahl, Download ---> Browser schließen ---> per Installer den richtigen Installer herunterladen und installieren ---> Browser öffnet sich wieder ungefragt.

Welcher von den Millionen betroffenen Nutzern den dafür Verantwortlichen erwürgen wird, ist noch offen. Aber ich bin überrascht, dass das noch nicht geschah, bisher.

Die alternative Offline-Installation

 

Es gibt die ungern angebotene Möglichkeit, sich einen echten Installer herunterzuladen. man findet ihn hier, bis es zu viele Leute wissen, dann ändert man die Adresse sicher wieder:
http://www.adobe.com/de/products/flashplayer/distribution3.html
Das hat ein paar Vorteile. Zum einen kann man diese Installation dann auch offline vornehmen, man kann sie sogar auf anderen Rechnern ohne jeweils vorherigen nochmaligen Download durchführen, man bekommt keine weitere Software untergeschoben, UND der Browser öffnet sich nicht automatisch nach dem Vorgang, was ja durchaus ein Minütchen oder mehr dauern kann. Der einzige Nachteil ist, außer, dass man die Adresse kennen muss und nicht im Updater einfach auf "weiter" klicken kann, dass man von Adobe nicht gezwungen wird, ihnen mitzuteilen, wie wundervoll, reibungslos und wenig umständlich die Installation ... bei anderen Herstellern seit Jahrzehnten funktioniert. Wenn ein Softwarekonzern zerschlagen gehört, dann sicher Adobe. Aber bitte derart, dass man die Teile nie wieder zusammengesetzt bekommt.

Solange man Adobe keine Rechnung über nutzlos vergeudete Energie und Arbeitszeit stellen kann, werden sie die Menscheit weiterhin knechten und ausspionieren. Aber das wäre einen weiteren Artikel wert.

Freitag, 5. Juli 2013

Ich brauche mal eben einen neuen Drucker...

Nun hat es also meinen heißgeliebten Canon Pixma IP4000 auch dahingerafft. Druckkopf. und Elektronik. nicht zu reparieren. schade. Aber ist ja kein Problem, Produktsuche nach Eigenschaften, nach Preis sortieren, bestellen? weit gefehlt...

"Der Stand der Technik"

Wir schreiben das Jahr 2013. Der durchschnittliche Druckerpatroneninhalt ist geringer, als der einer Gratisprobe eines teuren Parfums, allerdings zum Preis einer Magnumflasche. Nachbauten werden durch Chips mal mehr, mal weniger erfolgreich ausgesperrt. Der Druckkopf ist materialoptimiert, so dass man ihn am besten gleich an die Patronen drandübelt, damit das Druckbild nach 2 Testausdrucken und damit einer geleerten Patrone nicht zu sehr leidet. Nach dem Studium der hilfreichsten Bewertungen gängiger Mittelklassegeräte weiß ich bescheid.

"Canon ist doch immer gute Qualität"

Canon hat noch fragilere Druckköpfe und Elektronik verbaut, Ersatzteile bekommt man nur kurz und zu utopischen Preisen. "Ersatzteile" ist die Umschreibung für den Druckkopf. Bei einer derartigen Qualität noch ein ganzes Jahr Garantie zu geben, wäre betriebswirtschaftlicher Wahnsinn, wenn mehr Menschen diese Garantie wirklich in Anspruch nähmen. Das um sich greifende und allgegenwärtige Höchstglanzdesign lässt sogar landende Fliegen Kratzer auf dem hochempfindlichen Plastik hinterlassen. Aber wenigstens sind Farbtreue bei Druck und Scan, sowie die Treiber noch ganz wie früher, da kommen Erinnerungen hoch... Ja, vor 10 Jahren war die Welt kein wenig rückständiger als heute. Das Tempo ist aber bei Canon am Puls der Zeit. Es druckt schneller, der Druckkopf verschleißt schneller, die Patronen sind noch schneller leer. Und im Falle einer leeren Patrone kann man auch weder scannen noch faxen. Vielleicht überhitzt ohne Tintenkühlung der Photosensor. Spaß. Es wird noch häufiger "gereinigt" (also Tinte in einen laut Seitenzähler irgendwann überlaufenden Schwamm schießen) und aufgrund dessen druckt er auch nur kürzer, bis man den immer noch achselzuckenden Techniker zwecks Austauschs kontaktieren soll. Bei den immer kürzeren Produktzyklen braucht man auch nicht erwarten,  dass Einstellungen, Menüs und Treiber konsistent, logisch oder funktional wären. Das ist dieser Innovationsdruck, von dem immer alle reden.

"Vielleicht hat sich bei HP was getan"

Jein. Geschwindigkeit hat in allen Disziplinen wie bei Canon zugelegt. Patronenpreise sind gestiegen, der Inhalt quasi inexistent. Die Geräte sind teilweise echt billig. Wenn man einen subventionierten Scanner in einem Multifunktionsgerät kaufen möchte: bitte... Auf die lächerliche Idee, einen hochauflösenden thermischen Druckkopf quasi-permanent im Gerät zu lassen, ist niemand bei HP je gekommen. Mit dem Nebeneffekt, dass die Tintenplastikdruckkopfkonglomerate patentierbar sind, im Gegensatz zu stupiden Tintenbehältern. Nachbauten? Fehlanzeige. Wiederauffüllen? vielleicht 1x, manchmal lieber nicht einmal das. Die Druckpreise könnte man sich allenfalls leisten, wenn man damit Geld drucken würde. Aber erstens nur bei großen Scheinen, zweitens ist das verboten, drittens wird die Qualität für solche Späße dann vielleicht doch nicht ganz ausreichen, obwohl eigentlich noch die Oberklasse. Vielleicht, wenn sie irgendwann silbergefüllte Hologramm-Patronen einführen.

"Epsonzähler"

Mit diesem launigen Kalauer möchte ich das Niveau der Erwartungen gleich einmal ins bodenlose sinken lassen, damit niemand zu sehr enttäuscht wird. "Welcome to the eighties" wäre die Alternative gewesen. Denn in diesem finsteren Zeitalter wurden die Grundsteine der Bugs von heute gelegt. Dies ist leider kein Scherz; wer die mit Kauderweslch vollgedruckten vielen Seiten bei allgegenwärtigen Fehlern noch kennt, glaubt kaum, dass Epson einem diese verschollene Erinnerung wieder ins Bewusstsein führt. heute. Das Geräusch beim Drucken ist auch noch wie damals, die Auflösung ebenfalls, das Design ... was? na, das Gehäuse eben... also naja, das umgibt eben die Technik. Übermäßige Farbtreue schminkt man sich lieber gleich ab; das ist aber alles andere als ein Alleinstellungsmerkmal. Klar, Piezotechnik ist beim Druck fertig entwickelt. Da kommt nichts mehr. Dass man ausschließlich die Geräte mit "Workforce" kaufen sollte -wenn überhaupt-, weiß jedes Kind, was kein Kind mehr ist. Netzwerktechnik und ähnliches lassen in jedem Detail keine Zweifel daran, dass Technik grundsätzlich wahnsinnig kompliziert und für Laien nicht zu durchschauen ist. Lassen Sie es lieber. Eine mehrjährige Ausbildung als Epson-Benutzer sollten Sie schon genossen haben, um eine innere Gelassenheit zu entwickeln. Ein Aktiver Beitrag zum papierlosen Büro. Selbst wenn sie jede Email ausdrucken wollten. Gäbe es das Jürgen-Trittin-Logo für Umweltschutz durch Nicht-Funktion, Epson könnte noch einen Aufkleber mehr darufbügeln.

"the sam sung as every Hersteller"

Samsung mischt nun also auch mit. Aber keine Angst, Kim ill Süd will nur spielen. Was ganau die sich davon versprechen, nach Schiffen, Prozessoren, Speicher, Waffen, Lebensversicherungen, TV-Sender, Fernsehern, Akkus, LEDs, Chemischen und Erdöl-bezogenen Produkten nun auch noch Papierfärbemaschinen herzustellen? Ich weiß es nicht. Aber wenn Samsung irgendwo einsteigt, dann ziemlich sicher, um ein Monopol zu erringen und die ersten 10 Generationen werden als jeweils ein verkauftes und vergessenes Gerät pro Entwicklungsschritt beim Kunden reifen. Ich traue denen nach reiflicher Beobachtung einfach nicht. Sie verbauen wohl Kodak-Technik mit thermischem Druckkopf. Patronen gibt es in den Geschmacksrichtungen "schwarz" und "bunt". futuristisch, oder?

Xerox rocks?

was weiß ich. Solche Klopper kommen weder zu hause, noch als Tintensprinkler im Büro infrage. Ich schätze den Weltbedarf an diesen Geräten auf ungefähr 3.

Lex mark?

Ein Segen, die geben die Tinte auf, haben einen irren Verein gefunden, der denen den Ramsch abgekauft hat und die Erfolgsgeschichte weiterführen wird. -Lachpause- noch nicht fertig... *kicher* ... würde ich meinem ärgsten Feind nicht empfehlen. Angeblich sollen die Laser ganz gut sein.

"Brother at my Side?"

"brother? ach ja, früher die Schreibmaschinen. Gibt's die etwa noch?" Ja. Ich habe jetzt einen zu hause stehen, vorerst den DCP-J140W. nicht aus tiefster Überzeugung. Das war der am wenigsten zähneknirschende Kompromiss. Piezo-Technik, sehr langsam, nur auf höchster Qualitätsstufe zu gebrauchen, Scanner ist brauchbares Mittelmaß, Farbtreue ein hehrer Wunsch. Aber: relativ große Einzeltintentanks, Kompatiblenkompatibel, leise, funktionierende Treiber, sogar Netzwerk läuft. preiswert und 3 Jahre Garantie. Selbst Originalpatronen (schwarz sogar pigmentiert) wären und oder sind bezahlbar, Nachbauten erst recht. Er ist leise und recht sparsam im Verbrauch. Im Gegensatz zu Canon und anderen, haben die oftmals sogar mehrere Jahre lang den gleichen Patronentyp. Also würde man mit dem irgendwann defekten Drucker nicht zwangsläufig zig gehortete Patronen entsorgen müssen. Vorteil der Piezo-Technik ist der relativ robuste Druckkopf. deswegen stirbt aber mit dem Kopf garantiert auch das restliche Gerät, der ist nicht zu wechseln. Sich 3 Jahre lang keinen Kopf um einen eventuellen Nachfolger machen zu müssen, entspannt mich irgendwie total.



Ich hätte jetzt gerne den totalen Knaller präsentiert, leider fand ich auch nach Wochen an Recherche keinen. Insgesamt ist es ein schreckliches (Druck-)Bild. Und jedes Jahr wird es noch schrottiger. Wo es aufs Geld überhaupt nicht ankommt, bei extremen Wenigdruckern (eingetrocknet--> neue Patrone inklusive neuem Druckkopf) kann sogar HP eine Empfehlung wert sein, muss aber nicht. Tja. nun.

Dass zumindest das gedruckte Wort teurer als ein Schwert ist, könnte die vielen Kriege auf der Welt erklären. Der ADAC warnt immer noch nicht vor Papierstau und die Druckerkolonnen im Blödmarkt werden sicher nicht arbeitslos, trotz Dauerstreik. Wem der Druck irgendwann zu viel wird, könnte den Bleistift wiederentdecken, aber bitte keinen Druckbleistift! Bewegliche Teile und Verbrauchsmaterial sind des Teufels! So weit ist die Industrie einfach noch nicht mehr. Aber keine Sorge, das Lesen verlernen wir auch noch. Und das Einweg-E-Paper steht sicher auch schon vor der Tür.

Ist Arbeiten mit OS X überhaupt möglich?

Tja. Irgendwann macht jedes technische Gerät den finalen Kniefall. So auch mein Windows-7-PC. Gut, dass ich vor geraumer Zeit einen macMini angeschafft hatte, der Handschmeichler unter den Lückenbüßern! Nachdem es mein Haupt-Musikprogramm (Logic) irgendwann nur noch für das Bonzen-BSD gab, blieb mir einfach nichts anderes übrig, als mir ein Gerät anzuschaffen, auf dem eben OS X läuft. Ich konnte mir aber nicht vorstellen, etwas anderes, als auf Programm- App-Basis Musik zu machen, damit anzustellen. Man braucht ja schließlich auch kein Office auf einem Gameboy.

Irgendwann fiel mir auf, dass das integrierte Backup-Programm (TimeMachine) durchaus gute Ansätze zeigt. Optik ist ok. läuft irgendwie alles. Die allgemeine Integration funktioniert auch soweit... ja, ein paar dezente Kleinigkeiten würde ich mir unter Windows auch wünschen, nichts allzu grundlegendes.

nun aber -wegen eines grausam langgezogenen Neukaufs- machte ich einen schmerzhaften Selbstversuch: Das Benutzen von OS X als Alltagsbetriebssystem!!!

"Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll"


So hatte ich es mir aber nicht vorgestellt. In meiner unfassbaren Naivität dachte ich tatsächlich, dass 4GB RAM grundsätzlich ausreichen sollten, um mit Firefox im Internet zu surfen. Schließlich lädt dieser ja die Seiten erst, wenn man sie auswählt. Was unter Windows noch soweit gut funktioniert, scheint im Apple-Land zur Geduldprobe zu verkommen. Man benutzt so 20-30, eventuell sogar 40-50 Seiten, und dann denkt man -an einem i5 sitzend- man hätte ein Linux-Netbook mit einem Celeron anno 1995 vor sich. Gut, solange man keinen "Apple-Speicher" kauft, kosten 8-16GB Ram auch nicht die Welt, aber dass die nötig sind, lässt einen schon am technischen Fortschritt zweifeln. Leider kann die Festplatte, auf die der fehlende Arbeitsspeicher ausgelagert wird, keine Rekorde brechen. also eher gegenteilig.

"Ist doch alles in Spotlight oder wie das heißt"


Nächster wunder Punkt: der Filemanager "Finder". Tiefpunkt? absolut! Graphisch schon nicht gerade ansprechend, aber der "Workflow" konnte eigentlich von keinem der gefühlten 3mio Filemanager unter Linux unterboten werden. im Spaltenmodus viel zu kurz, unübersichtlich. in allen anderen nicht sinnvoll zu bedienen. Und dann fühlt sich auch alles noch so zäh an, als wäre der Rechner völlig untermotorisiert. Netzwerkeinbindung ist eine Sache der allgemeinen Verfassung sowie der Mondphase, aber da hat es Apple anscheinend generell nicht so mit... konsequent, dass unter iOS also auch gar kein Dateimanager mitgeliefert wird, Netzwerkfunktionen sich auf Apple-spezifische Dinge beschränken sollen, und man iTunes braucht, um auf das Gerät zugreifen zu dürfen. Deswegen sehe ich jede weitere Annäherung von OS X an iOS auch als offene Drohung. Die verdongelte TimeMachine, die gefälligst nur mit der TimeCapsule funktionieren sollte, weswegen auch immer wieder am Protokoll herumgedoktort wird, damit NAS', die einen derartigen Dienst anbieten wollen immer erstmal patchen müssen, ist Glücksspiel. Entweder es funktioniert problemlos, wie kaum eine andere Backup-Lösung, oder auch mal gar nicht. Man merkt es dann schon, wenn man es braucht. Früher sprach man gerne vom goldenen Käfig, doch der Alu-Käfig ist auch nicht besser. Es ist auch eher ein monolithischer Klotz.

 "tiefgreifende Integration von Webdiensten direkt ins Betriebssystem"


Der gefeierte Vollbildmodus für Apps... peinlich kompliziert implementiert. Die quietschbunte Taskleiste das Dock, das trotz massiver Raumforderung keine wirkliche Funktion bietet, lässt erahnen, warum 16:10-Monitore immer noch gefragt wären. (programmübergreifendes Drag'n'drop ist hier prinzipiell wie unter jedem anderen OS der Erde möglich, wenn man mit der Maus gedrückt nur laaaange genug an exakt der selben Stelle verharrt). Wenn man jemandem schnell per Messenger z.B. einen Link aus dem Browser zukommen lassen möchte, oder aber sogar per Mail schicken, ist man auf überflüssige Internetdienste und Website-Buttons angwiesen, oder aber auf Fenstergrößenänderungen und die richtige Reihenfolge der überlappenden Fenster. Zur Verteidigung sei gesagt: auch Windows 3.11 mit ähnlichem Workflow hatte seine Fans. angeblich.

Dass man nur idiotensichere Einstellungen vornehmen und von Apple abgesegnete Programmdateien und Installationen öffnen kann, sehe ich als ungewollten Service an. ICH weiß, was ICH tue. Gut, Apple weiß das sicher auch... Aber wieso gelten die als die Guten (TM), und ICH NICHT? Herrje, ich will MIT meinem System arbeiten, nicht DAGEGEN! Über solche Nebensächlichkeiten wie iTunes, Quicktime, Safari, Mail rege ich mich mal nicht auf. Die sind so idiotensicher, da helfen auch bessere Idioten nicht. Noch (Stand OS X 10.8) darf man ja eigene Programme installieren (mit Rechtsklick öffnen und dann ein Sakrileg bestätigen, etc), also vergammeln derartige Binär-Provokationen und CPU-Intellektbeleidigungen einfach ungenutzt auf der Festplatte.

Wer braucht dieses Sytem eigentlich?

Antwort: Arme Logic-Opfer und Apple selbst. Ich möchte nicht wissen, wie viel Geld Apple entgangen wäre, wenn die Anwender wüssten, dass man prinzipiell sogar seine eigene, bestehende Musiksammlung importieren und benutzen kann und darf. Es fällt mir schwer, etwas zu benennen, was wirklich nicht schlechter als unter einem x-beliebigen Betriebssystem gelöst ist. Die Geräte sind großenteils eine Zeit lang stylish. "Klar, Grafiker brauchen eben n Mac" ist der beste Witz seit der Patentierung der runden Ecken oder des digitalen Türriegels. Die Massenindividualisten, die einen Mac brauchen, um mit Safari ihre 3 Websites zu besuchen, geben mir aber die größten Rätsel auf. Wahrscheinlich füttern diese Typen dauernd die Studien, dass Tablets in bälde sämtliche Desktop-Computer ablösen würden und sie ja quasi die gleichen Funktionen aber viel mehr Apps hätten. Den typischen Firmenadministrator werden sie dafür wohl nicht befragt haben. Wenn doch, würde ich schnellstens deren Aktien loswerden wollen. Denn produktiv ist anders.

Hysterisches Lachen beim Lesen des Artikels wird meinerseits als Zustimmung verstanden. Sie sind nicht allein. Fragen Sie ein gutes Forum, wie sie vom Apple-Virus geheilt werden können. Fangen Sie am besten gar nicht erst damit an!

Montag, 14. Januar 2013

HDMI-Stick MK808B

6 Wochen gespanntes Warten


Nun hat mich das Fieber doch gepackt. Es musste ein HDMI-Stick mit Android ins Haus. Es wurde ein MK808B von geekbuying, des Preises wegen. Wenn man ihn woanders kauft, besteht eine gute Chance, dass man ein äußerlich identisches Gerät mit geringfügig anderem Innenleben bekommt, was das Flashen von Custom Roms etwas erschwert, aber auch die werden versorgt!



  • Rockchip Dual-core Cortex A9 RK3066 CPU (2x 1,6 Ghz)
  • 1GB DDR3
  • 8GB NAND
  • Bluetooth 3.0
  • HDMI
  • USB-Host
  • Android 4.2 Jelly Bean
  • WLAN 802.11B/G/N
  • 3D Beschleunigung
  • Fluxkompensator etc... ;-)


liest sich soweit alles super, alles drinnen,

ein PC im 4-fachen USB-Stick-Format...



Nun aber zu den Eindrücken:
  • Sehr viele Kabel (Strom, Maus, Tastatur, Hub+Stromversorgung, evtl noch etwas (z.B. ein USB-Netzwerkadapter, etc.)
  • Das Bild sieht etwas grob und pixelig aus. von 1080p ist zwar vom Hersteller aus die Rede, einstellen kann man es auch, aber man bekommt es nicht. Ich hoffe, auf eine verbesserte Firmware, beim Vorgänger (MK808 ohne B) ging das irgendwann auch. Die geringe Farbtiefe (Ältere Leser werden das vielleicht von uralten Grafikkarten unter Windows 95 kennen), lässt auch abspielbare Videos eher weniger gut aussehen..
  • Youtube will nicht so richtig, die aktuelle Version mag kein Vollbild, die Bedienung ist auch kaum möglich.
  • WLAN-Empfang? ja, ein wenig. definitiv das schlappste WLAN, was ich je benutzte. Vielleicht ist durch das Anlöten einer Antenne mehr möglich, das eingebaute Blech ist ein Witz. Und das merkt man eben auch.
  • Was ich mangels vernünftiger Auflösung noch nicht testen konnte, ist die Wiedergabe von HD-Videos. Möglicherweise ist aber das Teil trotz 10W Leistungsaufnahme zu schlapp dafür. Da kratzt man sich auch am Kopf und fragt sich, wie Tablets eigentlich funktionieren können?

Auf hochdeutsch: Ich bin massig enttäuscht. Ja, für 45€+Zoll+MwSt sollte man doch mehr geboten bekommen. Ein vergleichsweise stromfressendes Gerät, was mehr Kabel als funktionierende Features hat, möchte man eigentlich nicht noch teuer bezahlen.

Um Software kann man sich doch selbst kümmern, oder?

Ich warte mal ab, was Hersteller und Custom-Rom-Bastler sich noch einfallen lassen, da ich wenig Lust verspüre, das Gerät wieder nach China zu schicken, also lasse ich die tiefgrüne Banane eben in der Schublade reifen, denn benutzen mag man es so kaum.


Inwischen zweifle ich sogar das Konzept an. Klar, es spricht einen an, das "haben will" war definitiv da. Aber wenn man es praktisch nutzen will, wäre es doch schön, wenn ein USB-Hub eingebaut, dafür die Stromversorgung etwas kräftiger oder die Nutzung per Akku möglich wären.




Richtig ansprechend fände ich sogar ein all-inclusive-Gerät mit Netzteil, mehreren USB-Ports (+genug Strom dafür!), Infrarot-Empfänger und allen versprochenen Funktionen. Für Dauerbetrieb könnte so ein Gerät den PC der gemeinen Hausfrau (Facebook, Youtube, Email, Bildersuche) komplett ersetzen. Drucken sollte ja auch möglich sein. Es wäre ein praktischer Medienplayer, Standby-Browser mit Suche, usw. Wenn das Teil wenigstens nur 500mA schlucken würde, dann könnte man es ja am USB-Port eines Fernsehers betreiben, ohne zusätzliches Netzteil. Tja, hätte könnte, sollte, wollte, schade. So etwas muss man sich dann wohl selber basteln.


Aber wahrscheinlich hat Apple darauf ein Patent, was sich Steve J. posthum noch schnell ausgedacht hatte und verklagt jetzt alle, die benutzbare Geräte bauen wollen. Die iSurfstation im Alu-Look kommt bestimmt. für nur 899€ oder so.